Bevor es nun wirklich los geht mit der Weltmeisterschaft der Männer, hatte der verantwortungsvolle österreichische Fußballfan noch einen Pflichttermin zu absolvieren. Unsere Fußball-Frauen mussten noch das letzte Gruppenspiel für die WM-Qualifikation 2027 in Brasilien in Oslo gegen die weit höher eingeschätzten Norwegerinnen absolvieren.
Posts von Gerald Simon
Blackout nach der Halbzeit vereitelt Erfolgserlebnis
Ordentliche Abschiedsparty
Nicht nur unsere Kicker, sondern auch der Fußballfan muss sich akribisch auf das bevorstehende Großereignis vorbereiten. Der Startschuss dazu fiel spätestens mit dem Anpfiff des letzten Testspiels der österreichischen Nationalmannschaft gegen Tunesien. Allerdings waren die Tunesier gekommen, um nach Möglichkeit die rot-weiß-rote Abschiedsparty vor dem Abflug in die USA zu crashen. Das Ergebnis ist bekannt, auch der schwierige Spielverlauf.
Hoffnung, trotz Niederlage
Die gute Nachricht zuerst: Unsere Fußball-Frauen haben in Deutschland ein Tor erzielt! Die schlechte Nachricht ist, wir haben fünf bekommen! So blöd es auch klingen mag, es war das bislang beste WM-Qualifikationsspiel unseres Teams gegen die haushohen Favoritinnen aus Deutschland, besonders in der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass doch Potenzial in diesem Team steckt.
Kann man Fußballspielen verlernen?
Das war wohl nichts, und das ist noch untertrieben! Die österreichischen Fußballfrauen verloren auch ihr zweites WM-Qualifikationsspiel gegen die schwächer eingeschätzten Sloweninnen in Koper mit 0:1. Es ist schon klar, im Sport kann man immer verlieren, die Frage ist aber wie! Wenn man in knapp 100 Minuten kein einziges Mal auf das gegnerische Tor schießt, erübrigt sich aus österreichischer Sicht auch ein detaillierter Spielbericht. Nur so viel, mit dem 0:1 waren die Österreicherinnen noch gut bedient.
Ka Schritt vire, zwa Schritt zruck
Fast könnte man meinen die Ruptura ligamenti cruciati wäre eine hoch ansteckende Endemie, die momentan im österreichischen Fußball-Frauennationalteam wütet. Dabei handelt es sich um den gemeinen Kreuzbandriss an dem aktuell fünf Stammkräfte des Teams laborieren und langfristig ausfallen. Torfrau Zinsberger, Zadrazil, Höbinger, Purtscheller und Dunst.
Wir sind stolz auf unser Team
Niemand hatte gestern Lust auf ein Länderspiel, am allerwenigstens, scheint’s, die Spieler selbst. Die furchtbaren Ereignisse in Graz lähmten gefühlt das ganze Land. Doch was hilft’s? Der Bäcker muss weiter sein Brot backen, der Mechaniker weiter Autos reparieren und der Fußballer muss weiter Fußball spielen, auch wenn die Zeit still zu stehen scheint.
Nations League: Österreich geht gegen Deutschland unter
Was die österreichischen Fußballbegeisterten – männlich, weiblich, divers – zu sehen bekamen, war dann doch einigermaßen ernüchternd. Bereits nach 13 Sekunden lag das österreichische Team zurück und in dieser Tonart sollte es weitergehen.
Vier Niederlagen in zwei Spielen
Der Kranz, den ich hier an dieser Stelle dem neuen Teamchef Alexander Schriebl bei seinem Amtsantritt aus Vorschusslorbeeren gewunden habe, dürfte ihm doch um eine Nummer zu groß sein und scheint ihm über die Augen zu rutschen. Warum diese harsche Kritik zu diesem frühen Zeitpunkt? Hat er doch einen Pflichtsieg gegen die Schottinnen verbucht und dreimal gegen – auf dem Papier – übermächtige Gegnerinnen verloren. Ja eh, aber die Art und Weise gibt Anlass zur Sorge und ich sag es lieber gleich, damit es nachher nicht heißt, ich hätte nichts gesagt!
Der Zirkus war in der Stadt
Selbstfaller! Slapstick! So schreit es einem heute am Tag nach der bitteren Niederlage gegen Serbien aus allen Gazetten entgegen. Ich muss gestehen, dass auch mir zuerst diese beiden Wörter in den Sinn gekommen sind, nachdem das Spiel in Belgrad mit einem 2:0-Sieg für Serbien abgepfiffen wurde. Ja, das nicht erreichen der Nations League A-Gruppe war ein Selbstfaller! Und ja, es war eine Slapstickeinlage unseres Torhüters, bei der aber nur die Serben herzlich lachen konnten!
Von Rückschritten und Selbstfallern
Na, das war wohl nichts, bis gar nichts! Das österreichische Frauennationalteam lieferte in den entscheidenden Playoff-Spielen für die Euro 2025 in der Schweiz gegen die Polinnen einen klassischen Selbstfaller nach österreichischer Manier. Zuerst gönnerhafte Euphorie nach der Auslosung, weil man die Polinnen in der Gruppenphase zweimal geschlagen hatte: „Naja, schon ein starker Gegner, aber wir sind stärker!“ Je näher die Spiele kamen, umso mehr hatte man vorher schon gewonnen, selbst die Niederlage im ersten Spiel, wurde realitätsverweigernd negiert: „Im Rückspiel werden wir das sicher richten!“, um dann wirklich ein richtiges Scheißspiel abzuliefern.