Island: Von Weißbier und weißer Weste

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich unseren Gruppengegner Island das erste Mal als Fußballnation wahrnahm, war erst am 6. September 2003 bei ihrem 0:0 gegen Deutschland. Und da auch nicht wegen ihrer fußballerischen Grandezza, sondern weil der damalige Teamchef der Deutschen Rudi Völler beim anschließenden Interview vollkommen die Beherrschung verlor und den biederen Kommentator Waldemar Hartmann des Alkoholkonsums („Du sitzt hier locker und bequem auf deinem Stuhl und hast schon drei Weizenbier getrunken!“) während der Dienstzeit bezichtigte. Waldemar bestritt das Offensichtliche und Rudi entschuldigte sich noch während des Interviews in krächzender Krähenmanier, wonach die eine der anderen kein Auge auspecken sollte. Aber das führt uns jetzt von unserem Gruppengegner Island viel zu weit weg.

Unser Team hat gegen Island eine sogenannte weiße Weste, die wir uns auch nicht während der EURO 16 anpatzen sollten. Die Namen der Spieler sind leicht zu merken, sie enden alle auf –son, bis auf Dreiergoalie Schramm, weiß der Himmel, aus welchem Flugzeug der gefallen ist. Noch überraschender wäre aber ein Spielername mit der Endung –dotir. Hört man sich in österreichischen Expertenkreisen (Gmünder Eagles) und diversen Talkrunden (Stammtischen) um, ist die Wiese bereits gemäht. Warnend hebe ich da den Hinzeigefinger und deute unmissverständlich auf die Tabelle der EM-Quali, in der die Isländer die Holländer zweimal geschlagen haben und damit hauptverantwortlich dafür waren, dass diese mit ihren Käsefüßen im Juni, von mir aus, das Wasser der Amsterdamer Grachten treten können, aber nicht den Beau Jeu von adidas.

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