Testspiel gegen die Türkei: Die Sternstunde des Herrn Hackmair

Nein, wir werden nach der Niederlage gegen die türkischen Freunde an niemandem herumhacken. Schon gar nicht am armen Ösi-Özi Ramazan und dessen suboptimalem Pass zu Arda Turan. Wir werden auch nicht argwöhnisch nachfragen, aus welch unerfindlichen Gründen Herr Klein nicht groß genug war, um beim gar nicht schlecht angetragenen Freistoß des Calhanoglu den Ball aus dem Gefahrenbereich zu köpfen. Und schon gar nicht werden wir am bemerkenswerten Auftritt des Herrn Hackmair herumhacken. Dieser berühmte ehemalige Bundesligaspieler hat nämlich gestern Abend den internationalen Fußballsport um eine interessante Facette erweitert.

Erwartete man unser Team noch bis knapp vor Anpfiff in einer Art 4-5-1-Formation, so überraschte die Koller-Elf Gegner und Zuschauer mit einer noch nie dagewesenen Anfangsaufstellung, zumal Herrn Hackmaier als zwölftem Mann zu einem späten Teamdebut verholfen wurde. Postiert auf einem Klappsessel, wie man ihn in jeder gut ausgerüsteten Kindergartenpuppenecke findet, irgendwo im Niemandsland zwischen Trainerbank und Mittelauflage angesiedelt, sollte der auf diese Art hochprivilegierte „Field Reporter“ allerlei von den Spielern abgesonderte Wortfetzen oder auch Gerüche in die österreichischen Wohnzimmer weitertragen. Man muss sagen, das Experiment ist gelungen. Der im europäischen Fußball offensichtlich sehr einflussreiche ORF wird, ermutigt durch dieses erstaunliche Manöver, Herrn Hackmair wohl schon beim nächsten Freundschaftsspiel gegen Malta in unserem Strafraum platzieren. Und, wer weiß, vielleicht kann man das Hackmair’sche Klappsesselchen auch schon bald mit Rädern ausstatten, sodass dieser mit jedem Wind unseres Sturms auf Augenhöhe sein kann. So wären künftig in jedem Fall rollende Angriffe garantiert.

 

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