Das war wohl nichts, und das ist noch untertrieben! Die österreichischen Fußballfrauen verloren auch ihr zweites WM-Qualifikationsspiel gegen die schwächer eingeschätzten Sloweninnen in Koper mit 0:1. Es ist schon klar, im Sport kann man immer verlieren, die Frage ist aber wie! Wenn man in knapp 100 Minuten kein einziges Mal auf das gegnerische Tor schießt, erübrigt sich aus österreichischer Sicht auch ein detaillierter Spielbericht. Nur so viel, mit dem 0:1 waren die Österreicherinnen noch gut bedient.
Nutzen wir den zu Verfügung gestellten Raum lieber zur Frustbewältigung. Wenn man in dieser Saison Fan des SC Gmünd, des SK Rapid und der Frauenfußballnationalmannschaft ist, hat man im Moment nicht viel zu lachen. Ich bin dieser apokalyptischen Dreifaltigkeit aktuell schutzlos ausgeliefert. Der SC Gmünd im Abstiegsstrudel der 2. Landesliga West in Niederösterreich, der SK Rapid im Dauerclinch mit seinen megalomanischen Fans („Die ich rief, die Geister…“) und die einst so stolze Frauennationalmannschaft scheint das Fußballspielen verlernt zu haben.
Kein präziser Pass, keine gelungene Ballannahme, kein druckvoller Spielzug und unerklärliche Nachlässigkeiten in der Abwehr. Selbst, die von mir so geschätzte Co-Kommentatorin Viktoria Schnaderbeck, war völlig ratlos und bot immer wieder andere taktische Varianten an, um diese erratische Darbietung zu korrigieren. Liebe Frau Schnaderbeck, es hilft kein taktisches Konzept dieser Welt, wenn man nicht kicken kann! Dabei haben sie das doch einmal so gut gekonnt.
Ich bin kein Freund des spontanen Trainerrauswurfes, ich bin eher dafür, den Verantwortlichen die Zeit zu geben, ihre Ideen zu verwirklichen und ein Team nach ihren Vorstellungen zu entwickeln. Aber das einzige, was Trainer Schriebl bis jetzt erreicht hat, ist, dass er die Abwärtsspirale, die sich unter Trainerin Fuhrmann zu drehen begonnen hat, noch beschleunigt hat. Vielleicht sollte man hier wirklich die Reißleine ziehen, die bereits verkorkste WM-Qualifikation vergessen und neu aufbauen. Jetzt steht Deutschland vor der Tür und anschließend Norwegen auswärts, man braucht keine Prophetin zu sein, um zu wissen, dass man nach vier Spielen mit null Punkten dastehen wird. Das Team ist auf dem Tiefpunkt, aber noch nicht ganz unten, verpassen wir nicht den richtigen Zeitpunkt der Umkehr!
Ein radikaler Schnitt wäre deshalb auch verantwortbar, weil bei dem komischen Qualifikations-Modus auch noch die Frauen als Gruppenletzte die Chance haben sich für die WM in Brasilien zu qualifizieren. Die Frage stellt sich hier schon, warum wird überhaupt eine Gruppenphase gespielt und welchem Frauenfußball-PR-Genie ist dieser Modus eingefallen, bei dem sich keine Sau auskennt. Wahrscheinlich nicht einmal der Erfinder (absichtlich ungegendert) selbst! Naja, Fakt ist jedenfalls, Trainer Schriebl und dieses Team passen offenbar überhaupt nicht zusammen!
Der einzige, der es mit unserem Team gut an diesem Nachmittag meinte, war der dichte Adrianebel, der die schlimmsten Verfehlungen unserer Spielerinnen sanft in Watte packte und für die große Öffentlichkeit vor den Bildschirmen weitgehend unsichtbar machte. Aufgrund des zu befürchteten Nebels wurde das Spiel schon kurzfristig um zwei Stunden vorverlegt. Mit den Frauen kann man’s ja machen, oder glauben Sie, dass ein WM-Qualifikationsspiel der Männer kurzfristig vorverlegt werden würde, weil es vielleicht Nebel gibt?