Hoffnung, trotz Niederlage

Die gute Nachricht zuerst: Unsere Fußball-Frauen haben in Deutschland ein Tor erzielt! Die schlechte Nachricht ist, wir haben fünf bekommen! So blöd es auch klingen mag, es war das bislang beste WM-Qualifikationsspiel unseres Teams gegen die haushohen Favoritinnen aus Deutschland, besonders in der ersten Halbzeit hat man gesehen, dass doch Potenzial in diesem Team steckt.
Die Österreicherinnen bauten ein Bollwerk vor ihrem Gehäuse auf, das von den Deutschen nicht durchdrungen werden konnte. Aus dieser gesicherten Abwehr setzten die Unsrigen immer wieder mutig zu schnellen Gegenangriffen an, die in letzter Konsequenz in Strafraumnähe aber zu unpräzise ausgespielt wurden. Gegen die extrem hoch stehende deutsche Verteidigung, wäre da wesentlich mehr möglich gewesen. So waren es halt wieder die Deutschen, die ein richtiges „Nudeltor“ (Achtung, keine sexuelle Anspielung, sondern Fußballjargon für „glücklich hineinmogeln“, hineinwursteln“) brauchten, um zur Halbzeit überhaupt in Führung zu liegen.

Zuviel Risiko in Halbzeit 2

Warum die Österreicherinnen diesen erfolgreichen Pfad ihrer Tugenden – kämpfen, verteidigen, schnell kontern – in der zweiten Halbzeit verließen, weiß der Schriebl. Die Mannschaft verteidigte auf einmal viel höher und wurde von den äußerst spielstarken Deutschen ein ums andere Mal düpiert.
Umso sehenswerter dann der Ehrentreffer der Österreicherinnen. Verena Hanshaw spielte einen 50-Meter-Pass auf Chiara D’Angelo, die allein auf die ausgezeichnete Torhüterin Berger zulief, ruhig blieb und den Ball von halblinks ins lange Eck schlenzte. Und genau dieser Spielzug wäre in der ersten Halbzeit auch öfter möglich gewesen, nur kamen die Pässe nicht so genau an, wie jener von Hanshaw.

Vorbereitung auf Playoffs
Nachdem man nach drei Spielen nach wie vor mit 0 Punkten auf dem letzten Platz der Quali-Gruppe A4 liegt, und einzig der dritte Gruppenplatz noch ein realistisches Ziel sein kann, muss das Hauptaugenmerk auf weitere Konsolidierung des Teams liegen. Ob man als Dritte im Herbst auf dem Playoff-Pfad 1 gegen eine Gegnerin aus Liga C, oder als Vierte auf dem Playoff-Pfad 2 auf eine Gegnerin aus der Liga B trifft, ist fast egal. Die erste Halbzeit gegen Deutschland – und die sind ja bekanntlich im Frauenfußball nicht irgendwer – gibt wieder Hoffnung, und vielleicht kommt ja bis in den Herbst die eine oder andere langzeitverletzte Stütze ins Team zurück. Wichtig wäre halt, dass man sich beim Rückspiel am Samstag in Ried nicht wieder abschießen lässt.
Was tat sich sonst noch im Frauenfußball? Ach ja, in Deutschland ereignete sich eine Weltsensation auf dem Trainer(innen)sektor. Marie-Luise Eta übernimmt als erste Frau in der deutschen Bundesliga mit dem 1. FC Union Berlin ein Männerteam. War das eine Aufregung! Ein Redakteur einer großen österreichischen Tageszeitung schleuste sich sogar Undercover beim ersten Training von Eta ein, offenbar um zu untersuchen, ob eine Frau auch „Männertraining“ kann. Die Sache war so geheim, dass der Bericht darüber nicht einmal mit dem Autorennamen signiert war. Aber es zahlte sich aus, es wurde Erstaunliches enthüllt. Die Trainerin fiel ständig durch laute und klare Anweisungen auf, wie “Vollgas!“, „Jungs, zuhören!“ oder „Stopp!“. Wer hätte das gedacht!

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