Früher gab es weltweite Übertragungen, die als wahre Straßenfeger wirkten. Die Fußballfans mieden Straßen und öffentliche Plätze und machten es sich vor der Glotze gemütlich. Der Corona-Virus sorgte leider für eine weltweite Übertragung der ganz anderen Art. Der Effekt ist in skurriler Weise ähnlich …
Posts von Gerald Simon
Schach der Übertragung
Playstation-Corona-Vater-Sohn-Trophy, Teil 1
Was soll ich euch sagen? Mein Leben oszillierte jetzt wochenlang zwischen COVID 19 und FIFA 20. Trotz zeitraubender Arbeit im Home-Office, blieb täglich doch ein wenig Zeit, die eine oder andere Partie auf der Play Station zu absolvieren.
Oh, du mein LASK!
„Fußballfan zu sein ist in erster Linie die unaufhörliche Leidensgeschichte persönlicher Rückschläge“, formulierte es mein Freund Gerald Simon in grauer Vorzeit einmal sehr schön. Als Rapid-Fan kann er allerdings gar nicht ermessen, wie recht er hat.
Von vergeudeter Lebenszeit
„Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Fußballherz zum Fußballherzen findet…“! Jede Krise böte auch eine Chance, hört man in diesen dunkeln Corona-Zeiten allerorts. Zumindest bietet sie die Möglichkeit, gewisse Dinge einer näheren und ausführlicheren Betrachtung zu unterziehen.
Es mag keinen Fußball
Unvermittelt brach das Corona-Virus auch in die Welt der Fußballfans ein. Bislang assoziierte unsere weltumspannende Community der Anhängerinnen und Anhänger diesen an sich klangvollen Namen vor allem mit dem leckeren Gerstensaft lateinamerikanischer Provenienz, welchen wir in besonderen Feierstunden gerne dann und wann in die Grundpalette der zu konsumierenden heimischen Biere einfließen ließen.
Was dem Fußballfan wirklich fehlt
Wissen Sie, was einem Fußballfan in Zeiten der Corona-Krise wirklich abgeht? Wissen Sie, was mir abgeht? Die Championsleague? Nein, die fehlt mir so viel, wie ein favorisiertes, nervöses, überzüchtetes Rennpferd bei einer Dreierwette? Die österreichische Bundesliga? Ist das Ihr Ernst?
Nein, mir fehlt mein freitäglicher Besuch auf dem Provinzfußballplatz.
Salomon, der Weise
Franck Ribery wird sauer sein! Der legendäre kleine Franzose, der uns durch seine vielen Tore und Assists für den FC Bayern München in den letzten Jahren so viel Kummer bereitet hat, galt ja monatelang als ungekrönter König der Dolme. Unvergessen, wie er sich im arabischen Raum ein zart vergoldetes T-Bone-Steak schmecken ließ, während Legionen arbeitsloser Fußballväter auf ihren Kummertrunk verzichteten, um sich ein Ribery-Trikot für ihre verirrten Sprösslinge vom allzu trockenen Mund abzusparen.
Vokuhila und Prinz Eisenherz
Mein Ziel ist es in diesen dunkeln Zeiten eine Kolumne zu schreiben, in der Corona oder Covid 19 oder Virus nicht vorkommen. Kein leichtes Unterfangen, da bleibt einem nur ein konzentrierter Blick in den Rückspiegel. Unter dem Titel „Schätze aus dem ORF-Archiv“ erfüllte mir der ORF einen, ohnehin schon lange gehegten Herzenswunsch. Er zeigt Fußballspiele aus früheren Jahrzehnten mit – und das ist besonders wichtig – dem Originalkommentar und nicht einer lächerlichen aufgesetzten Expertise mit heutigem Wissen.
Neue Maßnahmen für den Spielbetrieb
Die gütige österreichische Bundesregierung hat uns inmitten der Covid 19 –Krise nun tatsächlich zaghaft erste Kleinperspektiven hinsichtlich einer Wiedereröffnung der Fußballsaison geschenkt! Seit einiger Zeit dürfen unsere Kicker nun schon wieder trainieren, wenn auch vorerst nur in Kleingruppen. Eine Fortführung der höchsten beiden Ligen und die Austragung des Cupfinales mit dem Jahrhundertschlager Red Bull gegen Austria Lustenau haben sich erträglicheren Fernen angenähert.
Ahoi
Gerade in Krisenzeiten braucht man entschlossene Kapitäne, die das Schiff sicher durch die raue See steuern können. Damit ist ausnahmsweise gar nicht der Zustand des österreichischen Fußballs gemeint, sondern jener unerträgliche Status des in sich gekehrten Bangens und Abwartens, zu der uns jener Winzling Corona zwingt, der König Fußball derzeit die Krone vom edlen Haupt reißen will.