Nach drei Spieltagen haben wir nun bereits die Hälfte aller Teams der Frauen-EM in England in Aktion gesehen. Nach dem knappen Sieg von England über Österreich gab es drei Spiele, die vom Resultat her wesentlich klarer ausfielen. Sowohl unserer Gruppengegnerin Norwegen als auch den erweiterten Turnierfavoritinnen Spanien und Deutschland gelangen jeweils vier Tore. Unsere Nachbarinnen überraschten nicht nur mit einem Offensivfeuerwerk, sondern auch mit einer delikaten Personalie in der Chefetage. Aber davon später…
Alte Beiträge
Martina und Jürgen
Mit Löwenherzen gegen die Lionesses
Die Euphorie für die UEFA Women’s EURO und rund um das österreichische Team ist sogar bis in mein kleines Provinzstädtchen spürbar. Große ORF-Berichterstattung, seitenlange Vorberichte in allen großen Tageszeitungen, Hintergrundberichte im Kulturradio Ö1, Blogs, Tweets zum Thema und die Kronen Zeitung geriert sich gar zum offiziellen Sprachrohr der österreichischen Nationalmannschaft. Das baut schon einigen Druck auf und dann noch das Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber und Turnierfavoriten England in Old Trafford, vor knapp 70.000 Zusehenden. Das Spiel wurde zwar denkbar knapp mit 0:1 verloren, aber „unsere Mädels“ (O-Ton: Co-Kommentatorin Lisi Tieber) ließen sich nicht ins Bockshorn jagen und traten den Engländerinnen furchtlos entgegen.
Gemeinsam mit „tschutti heftli“ – die Vermählung von Wort und Bild
Nachdem Kollege Simon kürzlich die Katze aus dem Sack gelassen hat und eine verstärkte Berichterstattung über die bevorstehende Frauenfußball-EM in England in Aussicht gestellt hat, liegt es nun an mir eine mittlere Sensation zu verkünden: Anlässlich des Finalturneirs gibt es ein neues „tschutti heftli“ zum Sammeln (www.tschuttiheft.li) – und unser Block wird in den nächsten Wochen eng mit diesem Projekt kooperieren und somit die Kunst des Wortes mit der Kunst des Bildes vermählen.
Vor der Frauen-EM ist vor der Gleichberechtigung
Dass dieser Artikel überhaupt noch geschrieben werden muss, drückt eigentlich schon das ganze Dilemma aus, in dem der Damenfußball nach wie vor steckt, beziehungsweise, nicht der Damenfußball steckt in diesem Dilemma, sondern all jene Kommentatoren und „Fußballfans“ (gendern obsolet, es handelt sich fast ausschließlich um männliche Personen), die noch immer zwischen Frauen- und Männerfußball unterscheiden, die die Meinung vertreten, Frauenfußball wäre gar kein richtiger Fußball.
Nach der Nations League ist vor der EM
Wir müssen uns um das österreichische Nationalteam keine Sorgen machen, bereits in der vierten Partie unter Ralf Rangnick hat die Mannschaft ihre Normalform erreicht. Nach drei sensationellen Partien gingen wir in Kopenhagen gegen die Dänen sang- und klanglos mit 0:2 unter. Dem dichten Programm geschuldet – die vierte Partie in elf Tagen – stellte der Teamchef die vierte Mannschaft auf.
Das Geheimnis des Praterloches
Österreich hat den Anfangsschwung der noch kurzen Ära Rangnick ins Spiel gegen Frankreich mitgenommen und dem Weltmeister mit Glück und Einsatz im gestrigen Nations League-Spiel ein Unentschieden abgetrotzt. Auch wenn der Ausgleichstreffer der Bleus recht spät fiel, brauchen wir uns in keinem Loch zu verstecken – obwohl es ja ein solchiges schönes großes im Stadionrasen gegeben hätte. An dieser Stelle wird erstmals exklusiv aufgedeckt, was es mit diesem – mittlerweile weltberühmten – Wiener Stadionloch auf sich hat…
Endlich unter Strom
Wer hat gestern das Spiel gegen Dänemark gesehen? Es war gar nicht leicht bis zum Anpfiff durchzuhalten. Nachdem es im 2. Wiener Gemeindebezirk einen Stromausfall gab, erfolgte der Ankick erst um 22:15 Uhr. Die Ballbuben*mädchen wurden auf Grund des Jugendschutzes nach Hause geschickt, die Generation 60+ döste bereits friedlich in ihren Fernsehsesseln und die Generationen dazwischen versäumten teilweise die Partie, weil vielerorts beim Feinjustieren der richtigen Matchstimmung grobe Fehler gemacht wurden.
Urlaub im eigenen Land?
Kroatien, das viele von uns sommers so gerne besuchen, ist uns eigentlich ziemlich vertraut. Dennoch gibt es immer wieder etwas zu entdecken. Manchem unbekannt ist beispielsweise, dass die Krawatten ihren Ursprung in diesem wunderschönen Adria-Land haben. Für viele neu war bis gestern, dass die herausragendsten Sportler Kroatiens gerne Urlaub im eigenen Lande machen. Und völlig unvorstellbar war bislang, dass diese große Fußballnation zuhause gegen Österreich in einem Bewerbsspiel mit 0:3 untergehen kann…
Francos Erbe
Gestern war ein großer Tag für den österreichischen Fußball: Die U19 erreichte die EM-Endrunde – immerhin wurden in einem Play Off-Turnier Spanien und Dänemark aus dem Bewerb genommen, die U21 wahrte mit einem Sieg gegen Norwegen noch die Mini-Chance sich ebenfalls für die EM zu qualifizieren und A-Team Trainer Franco Foda bestritt sein letztes Spiel als österreichischer Teamchef. Der Titel dieser Geschichte könnte auch auf neofaschistische Umtriebe in Spanien hindeuten, es ist aber viel ernster!
Stille!
In Kriegszeiten, so müssen wir nun lernen, stirbt zuerst die Wahrheit – und gleich darauf auch die Heiterkeit. Wie mein Co-Chronist Simon schon vorab erklärt hat, sehen wir momentan keinen Platz für Schmäh, Schmähung und Süffisanz – selbst wenn es um unsere erfolglosen Kicker geht. Diese hätten im gestrigen WM-Qualifikations-Ausscheidungsspiel in Wales auch in Friedenszeiten keinen Grund zur Freude geliefert. Adäquat zur düsteren Grundstimmung ließen sie selbstverständlich auch den nötigen Spielwitz vermissen…